Luxemburg, den 8. Januar 2008 – Solarenergie gilt als viel versprechende, umweltfreundliche Energieform der Zukunft. Was tut die Forschung, um Solarzellen effizienter zu machen – und was hat das alles mit unserer Stromrechnung zu tun? Darüber spricht am 15. Januar 2008 Prof. Dr. Susanne Siebentritt, Inhaberin des TDK-Lehrstuhls an der Universität Luxemburg. |
Im Rahmen der Antrittsvorlesungen „ new@uni.lu “ präsentiert sich die Physikerin mit Ihrem Fachgebiet nun der Öffentlichkeit. Der deutschsprachige Vortrag mit dem Titel „Solarzellen, Kristallstrukturen, Defekte und Ihre Stromrechnung“ beginnt um 18 Uhr auf Campus Limpertsberg im Bâtiment des Sciences, Hörsaal BS 0.03. Die Vorlesung dauert etwa eine Stunde und richtet sich nicht nur an Wissenschaftler und Studierende, sondern auch an alle, die sich für Solarenergie interessieren.
Dünnschichtsolarzellen sind die nächste Generation von Solarzellen. Sie versprechen deutlich höhere Kosteneinsparungen als herkömmliche Solarzellen aus Siliziumscheiben, denn sie brauchen viel weniger Material und Energie. Die erfolgreichste Technologie für Dünnfilmsolarzellen basiert auf Chalkopyriten (CIS) als Absorbermaterial. Neben dem technologischen Interesse an diesem Material, dessen Solarzellen inzwischen industriell gefertigt werden, bietet die grundlegende Halbleiterphysik dieses Materials zahlreiche Überraschungen. In ihrem Vortrag wird Prof. Dr. Siebentritt über einige dieser Besonderheiten berichten, wie zum Beispiel Defekte, die überhaupt erst das Funktionieren der Solarzelle ermöglichen.
Die Einführung zum Vortrag übernimmt Prof. Dr. Massimo Malvetti, Dekan der Fakultät für Naturwissenschaften, Technologie und Kommunikation. Im Anschluss findet ein Empfang statt. Außerdem wird für interessierte Gäste eine geführte Besichtigung des Photovoltaik-Labors auf Campus Limpertsberg angeboten.
Susanne Siebentritt leitet seit 1. April 2007 das Photovoltaik-Labor der Universität Luxemburg. Dieser Lehrstuhl wird finanziert von dem japanischen Unternehmen TDK. |
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Im September 2006 hatten TDK, die Luxemburger Regierung und die Universität Luxemburg ein Abkommen über die Schaffung einer „TDK Europe Professorship“ für die Erforschung von Halbleitermaterialien ohne Silizium und Indium für Solarzellen geschlossen. Das Unternehmen unterstützt den Lehrstuhl mit 500 Millionen Yen (rund 3,5 Millionen Euro) über eine Dauer von fünf Jahren.
Susanne Siebentritt, gebürtig aus Nürnberg, absolvierte ein ausgezeichnetes Physikstudium an den Universitäten von Erlangen und Hannover, wo sie im Jahr 1992 promovierte. Nach zwei Postdoc-Stellen an der Universität von Kalifornien in Los Angeles und der Freien Universität Berlin wechselte sie zum Hahn-Meitner-Institut in Berlin, wo sie im Jahr 1998 den Posten der Projektleiterin übernahm. Im Jahr 2005 verlieh ihr die Freie Universität Berlin den Titel des Privatdozenten.
Prof. Dr. Siebentritt ist Expertin auf dem Gebiet der Chalkopyrite (CIS), einer Klasse von Halbleitern, die es erlauben, Solarzellen mit hohem Wirkungsgrad und sehr großem Kosteneinsparungspotential herzustellen. Frau Siebentritt ist Autorin oder Co-Autorin von über 70 wissenschaftlichen Veröffentlichungen.
Eine Presseinformation der Universität Luxemburg
Britta Schlüter
Responsable du Service de Communication
Campus Limpertsberg
162a, avenue de la Faïencerie |